Dokumentarfilmproduktion – Teil 1
In den letzten Jahren hatten eine ganze Reihe von Dokumentarfilmen großen Erfolg. Filme wie Fahrenheit 911 und Supersize Me fordern den Zuschauer auf eine Weise heraus, die in den meisten Hollywood-Filmen nicht denkbar ist. In einem kleineren Rahmen kann mittlerweile praktisch jeder Dokumentarfilme erstellen und über YouTube, Filmfestivals oder sogar das Fernsehen an ein Publikum vermitteln.
Pinnacle Studio, eine gute Videokamera und ein Mikrofon sind alles, was Sie benötigen, um sofort eigene Dokumentarfilme, Reportagen und Tatsachenberichte zu produzieren.
In den nächsten Monaten werden wir uns die einzelnen Phasen rund um das Erstellen eines überzeugenden Dokumentarfilms von der ursprünglichen Idee bis hin zur Präsentation Ihrer fertigen Produktion vor einem Publikum näher ansehen.
Ihr Thema auswählen
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Bevor Sie zur Kamera greifen und zu filmen beginnen, sollten Sie sich einige ernsthafte Fragen stellen:
Worum geht es in Ihrem Film? Bedenken Sie dabei nicht nur das allgemeine Thema, sondern auch die Bereiche, auf die Sie sich konzentrieren möchten. Der Film Red hot ballroom" - einer der besten Dokumentarfilme der letzten Jahre - war oberflächlich gesehen ein Film über einen Tanzwettbewerb. Aber tatsächlich ging es in dem Film um die Hoffnungen und Träume von Kindern unterschiedlicher Herkunft. überlegen Sie, was Sie persönlich an dem Thema interessiert und wie Sie dieses Interesse in Ihrem Film ausdrücken möchten.
Können Sie Ihre Ideen filmisch umsetzen? Haben Sie die erforderlichen Voraussetzungen, um die Interviews und das Videomaterial zu produzieren und Ihren Film zu realisieren? Falls Sie in einem Fußballstadion oder bei einem Rockkonzert filmen müssen, werden Sie die Genehmigung dafür erhalten? Wenn Sie im Amazonasgebiet filmen müssen, haben Sie die Möglichkeit, dorthin zu reisen? Falls Sie Filmmaterial der Mondlandung benötigen, steht Ihnen das problemlos zur Verfügung (das ist tatsächlich so - die Nasa bietet ihr Filmmaterial für Filmemacher kostenlos an).
Wie lang soll der Film sein und welches Zielpublikum möchten Sie ansprechen? Diese zwei Fragen sind miteinander verknüpft. TV-Dokumentarfilme sind in der Regel 50 Minuten lang (eine Stunde inklusive Werbung). YouTube-Filme dürfen nicht länger als 10 Minuten lang sein Dokumentarfilme für FourDocs (http://blogs.channel4.com/fourdocs/) haben eine Länge von drei Minuten. Und Kinobeiträge sind normalerweise mehr als eineinhalb Stunden lang. Filmfestivals nehmen kurze (etwa 10 bis 20 Minuten) und längere Filme (ab 50 Minuten), wobei jedes Festival eigene Voraussetzungen festlegt. Ihre Entscheidungen bezüglich der Filmlänge und des Zielpublikums wirken sich auf viele andere Optionen aus. Ein Onlinedokumentarfilm muss beispielsweise stets das Interesse des Zuschauers aufrecht erhalten - wird der Film zu langsam, schaltet der Zuschauer einfach aus. Ein Kinofilm kann dagegen langsamer sein.
Planung
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Wenn Sie wissen, was Sie versuchen möchten, sollten Sie über Ihre weiteren Schritte nachdenken.
Die meisten Dokumentarfilme enthalten Interviews mit Menschen, die sich mit dem Filmthema auskennen oder auf irgendeine Weise persönlich von dem Thema des Films betroffen sind. Entscheiden Sie so schnell wie möglich, wer diese Menschen sein sollen, und stellen Sie sicher, dass diese mit Ihnen reden können und wollen. Sie sollten vorab festlegen, welche Informationen Sie von dem jeweiligen Interviewpartner erwarten. Außerdem sollten Sie nach Menschen suchen, die Interessantes zu berichten haben, damit das Zuhören spannend bleibt.
Suchen Sie nach starken Charakteren. Oft nehmen Zuschauer die Filme als großartig an, die einen oder mehrere interessante Charaktere auf dem Weg durch ein Ereignis begleiten, das ihr Leben verändert. Wenn Sie eine interessante Person finden und die änderungen im Leben der Person mit Ihrer Kamera festhalten können, entsteht Ihr Film mehr oder weniger von selbst. Wenn Sie keine überzeugenden Charaktere für Ihrem Dokumentarfilm finden, müssen Sie besonders hart an der Geschichte für die gesamte Produktion arbeiten.
Beginnen Sie mit einem groben Storyboard oder Skript. Natürlich werden Sie nicht genau und Zeile für Zeile festlegen können, was in Ihrem Film passiert, aber Sie sollten Ihren Film in einzelne Szenen unterteilen und vorab darüber nachdenken, welche Aufnahmen Sie für die jeweiligen Szenen benötigen.
Wenn Ihr Film 50 Minuten lang sein soll, unterteilen Sie ihn in Segmente von 5 bis 10 Minuten und erstellen Sie eine anfängliche Gliederung mit den Inhalten der einzelnen Segmente. Auf diese Weise finden Sie sehr schnell heraus, ob Ihr Projekt funktionieren wird und wie sich die Geschichte entwickelt. Sicher werden sich einzelne Dinge während der Planung, Aufnahme und Bearbeitung noch ändern, aber mit einer gut ausgearbeiteten anfänglichen Gliederung können Sie festlegen, welche Szenen Sie herausnehmen können, wenn sich neue Möglichkeiten ergeben. Außerdem können Sie mit einer solchen Gliederung Lücken, die möglicherweise durch das Wegfallen eines Interviewpartners entstehen, besser mit anderen Dingen füllen.
Je mehr Sie vor Beginn der Produktion über Ihren Film wissen, umso einfacher wird Ihre Arbeit sein.
Der Erzähler
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Wenn Sie mit dem Bearbeiten beginnen, müssen Sie Ihre ganzen Aufnahmen zu einer Geschichte zusammenfügen, die einen Sinn ergibt, und das ist oft die richtige Aufgabe für einen Erzähler. Entscheiden Sie vorab, ob der Erzähler ein Teil der Geschichte ist (in den Filmen von Michael Moore ist der Erzähler immer der zentrale Motor hinter der Geschichte) oder im Hintergrund bleibt und die einzelnen Elemente der Geschichte einfach nur verknüpft (in Filmen von David Attenborough bleibt der Erzähler größtenteils im Hintergrund).
Entscheiden Sie außerdem, ob Ihr Erzähler zu sehen oder nur zu hören sein wird. Allgemein lässt sich Folgendes sagen: Je persönlicher der Erzähler an der Geschichte beteiligt ist, umso mehr muss er auch zu sehen sein - und das bedeutet, dass er vor Ort gefilmt werden muss.
Wenn Sie eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben, wie Ihr Film aussehen soll, lohnt es sich, die Erzählung vor dem Filmen in Stichworten aufzuschreiben. Allerdings sollten Sie in einem solchen Fall darauf gefasst sein, dass Sie möglicherweise vieles wieder ändern werden, wenn die Kamera erst einmal läuft.
Genehmigungen
Kontaktieren Sie möglichst alle Interviewpartner und Drehortverantwortliche vorab, um sicherzustellen, dass die Beteiligten mit Ihren Aufnahmen einverstanden sind. Wenn Sie Ihre Arbeit öffentlich zeigen möchten, müssen Sie außerdem alle Personen, die im Film gezeigt werden oder deren Besitz Sie filmen, davon überzeugen, eine Einverständniserklärung oder eine Drehgenehmigung zu unterzeichnen (Beispiele für solche Formulare finden Sie im Internet, z. B. unter http://www.channel4.com/fourdocs/media/p/release_form.pdf). Diese Dokumente sind ganz einfach eine Bestätigung, dass die Beteiligten einverstanden sind, dass Sie den Film beliebig bearbeiten können. Auch wenn Ihnen das übertrieben bürokratisch erscheint, werden Sie froh sein, diese schriftlichen Genehmigungen zu haben, wenn Ihre Produktion im Internet oder Fernsehen veröffentlicht wird, und jemand in Frage stellt, was Sie getan haben.
In Teil 2 lesen Sie:
Im nächsten Artikel dieser Reihe finden Sie Tipps zum Aufnehmen der Interviews und Ereignisse, aus denen sich Ihr Dokumentarfilm aufbaut.
*Angebot gültig bis zum 31. December 2008